Apr 12

St.Galler Biberli und Basler Läckerli: „Cookies“ für alle!

Anja Riedle vom „Smart City Lab Basel“ hat sie sich auf 9 1/2 offene Fragen eingelassen, um diese mit ganzem bis halbem Augenzwinkern zu beantworten. Anbetracht der teils persönlichen und fast schon philosophischen Fragen sei es für alle Beteiligten, inklusive Kommunikationsabteilung, eine interessante Übung gewesen.

 

1. Welchen smarten Ort in Ihrem Umfeld zeigen Sie einem Gast? Einem Gast zeige ich …

Natürlich das Smart City Lab Basel, ein Reallabor für smarte Lösungen in den Bereichen
Mobilität, Logistik, Gebäude und mehr. Es wurde 2019 vom Kanton Basel-Stadt und der SBB
gegründet. Mittlerweile haben sich uns über 40 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und
Verwaltung angeschlossen. Sie nutzen die Lagerhallen auf dem Güterbahnhof Wolf für
unterschiedliche Pilotprojekte – oft auch gemeinsam, um das Zusammenspiel ihrer
Lösungen zu testen und zu verbessern.

2. Was ist für Sie typisch smart?

Smart ist untypisch, sonst wäre es ja 08/15… Aber zur eigentlichen Frage: Smart ist, wenn
man aus weniger mehr macht und das auch noch besser. Dank der Digitalisierung stehen
uns neue technologische Möglichkeiten zur Verfügung, um genau das zu erreichen. Im
Kontext Smart City heisst das nicht, dass wir bislang non-smarte Städte gebaut haben. Aber
heute können wir die bestehenden physischen Infrastrukturen in unseren Städten besser
auslasten, z.B. Strassen mit intelligenter Verkehrssteuerung, und vermeiden so teure
Neubauten und unnötige Zersiedelungen. Das heisst, wir können die Lebensqualität erhalten
oder sogar steigern und das obwohl immer mehr Menschen in die Städte ziehen und die
gleichen Infrastrukturen nutzen.

3. Wo genau liegt das Digi-Tal?

Durchs Digi-Tal fliesst der Digi-Fluss. Ein Strom aus Nullen und Einsen. Am Digi-Delta liegt
das gelobte Land, sagt man – oder zumindest die Beratungsunternehmen für digitale
Transformation, die angeben, schon da gewesen zu sein. Hier gibt es Cookies für alle! Doch
auf dem Weg dahin lauern zahlreiche Gefahren: Von Digital Divide über Data Privacy bis
zum immer wiederkehrenden GDPR Pop-up Fenster, das sich nur durch tapferes Klicken
überwinden lässt.

4. Was ist für Sie smarte Lebensqualität?

Bei Smart City geht’s nicht nur um Digitalisierung, auch wenn sie dem ganzen
Thema Schub gegeben hat und gibt. Eine lebenswerte Stadt wird sich aus meiner Sicht nicht
durch eine besonders hohe technologische Durchdringung auszeichnen – zumindest nie
vordergründig. Es sind nicht Drohnen, Sensoren oder Kameras, die unsere Städte
lebenswert machen, sondern analoge Faktoren wie Grünflächen und Lebensräume, die
ansprechend und sozial inklusiv gestaltet sind, also Angebote für alle bieten. Wenn
beispielsweise die Grünflächen über eine App mit einem Roboter gemäht und sensorbasiert
bewässert werden, ist das ein sinnvoller Einsatz von Technologie, aber eben nicht
Technologie als Selbstzweck.

5. Sonntags um 13 Uhr bin ich …

…mit meiner Familie unterwegs und geniesse die schöne Schweiz.

6. Für welche smarte kulturell-künstlerische Person schwärmen Sie?

Jeffrey Smart, wegen seines Namens und weil ich auch gerne in der Toskana leben würde.

7. Welchen Satz machen Sie mit den Begriffen „Feuer“, „Analog“, „Digital“, „Natur“,
„Technik“?

ANALOGe TECHNIK braucht keine FIREwall und ist damit der DIGITALen Lösung
NATURlich vorzuziehen.

8. Wo und warum würden Sie auch noch gerne leben?

Ich nehme an, dass Sie nicht tatsächlich fragen wollen, «warum» ich noch gerne leben
würde ;-)… Zum Wo: In einer Welt ohne Gewalt und Vorurteile, in der alle die gleichen
Chancen haben.

9. Welchen smarten Traum haben Sie sich noch nicht erfüllt?

Ich würde gerne mit meiner Familie für ein paar Monate verreisen, um die lebenswertesten
Städte und Orte dieser Welt zu erkunden. Anschliessend würde ich versuchen, das ‘Best of’
in Projekten im Smart City Lab Basel sowie unseren Arealentwicklungen zu integrieren und
die Erkenntnisse auch in unsere Vorstandsarbeit im Smart City Hub Switzerland einfliessen
zu lassen: Damit die Schweiz noch lebenswerter wird, als sie es jetzt schon ist.

9 1/2. Halb ist für mich …

…nicht ganz und als Perfektionistin daher nicht ausreichend ;-)… Ansonsten ist es aber auch
in vielen Fällen eine gute Möglichkeit, um eine Sache zweizuteilen.